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Projektfahrt Klasse 9 nach Polen

„Erinnere dich der Vergessenen“ vom 22.-27. September 2019 in Warschau

Teilnehmer: Schülerdelegationen aus Indonesien (Jakarta), Polen (Slupsk) und Deutschland (Bad Salzungen)

 

Erster Tag, Montag- nach unserer langen und beschwerlichen Anreise am Sonntag, starteten wir unser Projekt am Montag mit dem Besuch des Museums zum Warschauer Aufstand. Dieser begann am 1. August 1944 um 17.00 Uhr gegen die deutschen Besatzer im 2. Weltkrieg. Obwohl die polnische Bevölkerung militärisch völlig unterlegen war, kämpften sie für ihre Freiheit. Am 2. Oktober 1944 mussten sie kapitulieren. Tausende Menschen wurden getötet, inhaftiert und in Lager verschleppt, 84% der Stadt zerstört. Ganze Häuserzeilen fielen der Zerstörungswut der Nazis durch Sprengungen  zum Opfer, Warschau sollte dem Erdboden gleich gemacht werden. Nur 1000 Menschen überlebten in den Trümmern der Stadt.

Nach dem beeindruckenden Museumsbesuch lernten wir in einem Stadtrundgang das wieder aufgebaute moderne Warschau kennen. Ein polnischer Schüler zeigte uns die bekanntesten Plätze der Stadt.

Am Nachmittag versammelten wir uns in unserem Hostel im Garten, lernten uns durch Spiele kennen und bildeten internationale Gruppen mit den Teilnehmern aus Slupsk, Indonesien und Bad Salzungen. Wir gestalteten Mindmaps und besprachen die Eindrücke des Tages. Am Abend konnten wir in der Freizeit Warschau weiter erkunden.

 

Zweiter Tag, Dienstag- Besuch des ehemaligen Vernichtungslagers Treblinka. Dieses Lager befindet sich ca. 120 km von Warschau entfernt . Es war im 2. Weltkrieg das zuletzt errichtete Vernichtungslager im Rahmen der Aktion Reinhardt des deutsch besetzten Polens. Die Gesamtzahl der dort ermordeten Menschen zwischen dem 22. Juli 1942 und dem 21. August 1943 liegt bei über 700000  und wird auf über 1 Million Menschen aus ganz Europa geschätzt. Unvorstellbares Leid mussten die Menschen dort ertragen. Wir besichtigten das Museum, Gedenksteine und Denkmäler. Die deutschen Schüler hielten Vorträge in Deutsch , Englisch und Polnisch zu den furchtbaren Ereignissen.

Am Nachmittag trafen wir uns wieder in den internationalen Gruppen und besprachen die Erfahrungen, Gefühle, die wir bei der Besichtigung hatten.

Auch dieser Tag klang mit weiteren Besuchen in der Stadt aus, dabei lernten wir uns immer besser kennen.

 

Dritter Tag, Mittwoch- Besuch des Gefängnismuseums „Pawiak“ in Warschau. Dieses ist ein besonderer Ort in der Geschichte Warschaus und Polens. Errichtet im 19. Jahrhundert, erlangte es in der Zeit der deutschen Besatzung von 1939 bis 1944 seine tragischste Periode. Das Gefängnis diente den Nazis als Untersuchungshaftanstalt  des Sicherheitsdienstes. Die Gestapo versuchte mit grausamen Foltermethoden den Widerstand in Polen zu brechen und Geständnisse zu erzwingen. Tausende Menschen aus allen sozialen und beruflichen Gruppen wurden inmitten der Stadt umgebracht, das Leiden der Menschen ist unvorstellbar. Dieses Museum ist Platz der Erinnerung  an die Opfer.

Am Nachmittag hielt Jarius, ein polnischer Schüler, einen Vortrag über das Warschauer Ghetto, ein weiteres trauuriges Kapitel der Geschichte. Es wurde im Oktober 1940 von den Nazis errichtet, in der bis zu 450000 polnische Juden unter furchtbaren Bedingungen leben mussten, 92000 starben durch Hunger, Krankheiten und Terror im Ghetto, 300000 im Lager Treblinka. Das Ghetto wurde völlig vernichtet.

 

Vierter Tag, Donnertag- am Vormittag besuchten wir in den internationalen Gruppen die Gedenkstätten, die mit der Geschichte des Warschauer Ghettos verbunden sind. Stationen auf unserem Gang durch die Stadt waren unter anderem der Umschlagplatz, die jüdische Synagoge, die Brücke in das Ghetto und viele andere mehr. Im Polin- Museum erfuhren wir am Nachmittag mehr über die Geschichte der polnischen Juden von der Besiedlung im 1. Jahrhundert, ihrer Kultur und Lebensweise in den verschieden Zeiten sowie das grausame Ende während des 2. Weltkrieges.

Nach der Besichtigung arbeiteten wir wieder in den internationalen Gruppen und bereiteten die Präsentationen für den Abend vor, die wir in einer gemeinsamen Abschiedsrunde den anderen Gruppen vorstellten. Den letzten Abend ließen wir mit Musik, Tanz, und leckerem polnischen Süßigkeiten ausklingen. Nun hieß es Abschied nehmen von lieb gewonnenen neuen Freunden und tollen Gastgebern.

Danke an alle, die diese unvergessliche Woche möglich gemacht haben.