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Das Camp mit Carsten Stahl erlebt

Am 2.9.2019 hatten die 7. und 8. Klassen unseres Gymnasiums die Chance, am „Camp Stahl“ teilzunehmen. Die Veranstaltung im Stadion eröffnete der Bürgermeister und dankte Tobias und Uwe Kutschenreuter von der Firma „Heinz von Heiden“ für die Finanzierung des Camps.

Danach trat Carsten Stahl vor die Schüler. Er blickte in die Runde und brüllte: „Ein Mikro ist eine tolle Sache, eine Stimme, die man auf der ganzen Welt hören kann, ist besser.“ Gleich am Anfang kündigte er uns an: „Diesen Tag werdet ihr nicht vergessen.“

Dann fing er an zu erzählen: von seiner Familie und seinen Kindern, dann über Mobbing. Jeden zweiten Tag soll ein Kind wegen Mobbing Selbstmord begehen. Stahl hat inzwischen 50 000 Schüler über Mobbing aufgeklärt. Als sein Sohn nach dem zweiten Schultag unter Tränen nach Haus kam und in der Schule gemobbt wurde, fing Stahl an, gegen Mobbing öffentlich aufzutreten. So wie vor uns.

Als nächstes erlaubte er den Schülern, die schlimmsten Schimpfwörter, die sie kannten, zu nennen. Sehr schlimme, auch sexuelle, Schimpfwörter machten die Runde. Es wurde laut. Die Schüler applaudierten und feierten nach jedem Schimpfwort. Schließlich brüllte Stahl: „Ich weiß nicht, was ich trauriger oder erschreckender finden soll: dass ihr die Wörter aussprecht oder darüber lacht. Ich schäme mich für Deutschland 2019.“ Die gute und fröhliche Atmosphäre verschwand. „Eure Worte sind Pistolenkugeln!“, so Stahl.

Nun begann Stahl von seiner Kindheit zu berichten, wie er selbst gemobbt wurde und sogar fast deswegen starb. Keine Freunde, keine Hilfe, vier Tage Koma. In der Stille hörte man ein Weinen und Schluchzen. „Es ist in Ordnung, dass ihr weint. Mir ist jedes Mal zum Weinen zumute.“, tröstete er die Schüler.

Als nächstes stellte er den Schülern fragen: wer war schon Mobbingopfer, wer war selbst Täter, wer hat  aus Angst bei Mobbing weggeschaut, wer hatte schon mal Selbstmordgedanken? Die Schüler meldeten sich. Die Antworten wären überall gleich: 90%, 90%, 60%, 10% der Schüler bejahen diese Fragen. Stahl lobte die Schüler für ihre Ehrlichkeit und erklärte die Anfänge von Mobbing.

Er holte ein riesiges Plakat heraus. „STOPPT Mobbing“  und forderte Schüler und Lehrer auf, es zu unterschreiben, ein Vertrag zum Kampf gegen Mobbing. Er verabschiedete sich mit den Worten: „Hört auf, zu denken, ihr müsst besser sein. Jeder von euch ist etwas Besonderes. Ihr müsst an euch glauben. Es stark den Schwachen zu helfen. Ihr könnt nicht auf andere warten. Ihr müsst selbst etwas ändern.“

Mich haben die 3,5 Stunden sehr beeindruckt und zum Nachdenken gebracht. Es ist wichtig, sich mit diesem Thema intensiv auseinanderzusetzen. Im Ethikunterricht tun wir dies gerade. Wir werden den Tag wirklich nicht vergessen.

 

Letizia Mühlenbeck, Klasse 7/1