IMG 20180418 WA0000Studienfahrt nach Auschwitz.  Am Mittwoch ging es um 1 Uhr in der Frühe ohne Stau in 11 Stunden nach Auschwitz (Polen). Nachdem wir uns in der Internationalen Begegnungsstätte  beim Mittag gestärkt und unsere Zimmer bezogen hatten, fuhren wir mit dem Bus zum Auschwitz  Stammlager 1. Nachdem wir uns in der Wechselstube mit Zloty versorgt  hatten und in der Zeit Fr. Langer die Eintrittskarten geholt hatte,ging es durch die Sicherheitsschleusen auf das Gelände des Lager. Für uns fand im Block 12, ein Workshop zum Thema "Das Leben und die Deportation der europäischen Sinti und Roma nach Auschwitz" statt.  Hierfür wurden wir in verschiedene Gruppen eingeteilt in denen wir intwressante  Aufgaben bearbeiteten u.die Ergebnisse präsentierten. . Zum Ende des Workshops werteten wir die einzelnen Ergebnisse jeder Gruppe aus. Nach dem Workshop konnten wir noch im Lager bleiben oder selbstständig Geschäfte im Umkreis aufsuchen. Um 18:30 trafen wir uns zum gemeinsamen Abendessen in unserer Unterkunft. Im Anschluss daran setzten wir uns nochmal alle zusammen und reflektierten den ersten Tag.

 
Studienfahrt nach Auschwitz 2.Tag
 
Am heutigen Tag unserer Studienfahrt besuchten wir am Vormittag die Länderausstellungen in den ehemaligen Baracken des Stammlagers. Gemeinsam besichtigten wir die sehr beeindruckenden und teilweise zu Tränen  rührenden Austellungen Ungarns und Israels, die sehr anschaulich die schrecklichen und unmenschlichen Schicksale der Juden dieser Länder dokumentierten und damit der Erinnerung an die Opfer würdig gedachten. Nach einer  Mittagspause trafen wir uns um 14 Uhr mit der Mitarbeiterin der Gedenkstätte Ewa im Block 27 zum 2.Workshop. Dabei ging es um die Hintergründe, der Naziideologie und Rassenlehre, die dem  Holocaust zu Grunde lagen. Aufgeteilt in 4 Gruppen mit unterschiedlichen Aufgaben erfuhren wir in verschiedenen Länderausstellungen  viel über die Ideologie des NS-Regimes  sowie über die Ausgrenzung, Deportation und Ermordung der Juden sowie Sinti und Roma   verschiedener Länder Europas.  Was mit der Boykottierung von jüdischen Geschäften begann, sich über die Isolation in Ghettos fortsetzte und  im  brutalsten Massenmord der Geschichte der Menschheit gipfelte, wurde uns auf sehr anschauliche Weise bewusst und machte uns zutiefst betroffen. Sogar durch medizinische Versuche sollten Ärzte herausfinden, was typisch für eine bestimmte Rasse Mensch ist, damit die Verfolgung gezielter und effizienter verlaufen konnte.
Als Erinnerung an den 75. Jahrestag des Warschauer Ghettoaufstandes trugen wir alle eine kleine, gelbe Narzisse am T-Shirt und bezeugten so unsere Anteilnahme. Am Abend schauten wir den Spielfilm " Am Ende kommen Touristen" ,der im Anschluss eine interessante Diskussion über den Umgang mit der Gedenkstätte sowie der dunklen Geschichte auslöste.

 

3. Tag-Krakau 
 
Krakau, die heimliche Hauptstadt Polens, war Ziel unserer Studienreise am Freitag. 
Am Vormittag besuchten wir das Museum der "Alten Synagoge " sowie die Remuh Synagoge im jüdischen Viertel, die auch heute noch Mittelpunkt der jüdischen Gemeinde in Krakau ist. Lebten vor dem 2. Weltkrieg ca 60000 Juden in der Stadt, so sind es in der Gegenwart nur noch 200 bis 300.
Viele Spuren der Geschichte konnten wir in diesem Stadtteil verfolgen, so auch auf dem jüdischen Friedhof. 
Krakaus Altstadt gehört zum Weltkulturerbe. Der Wawel mit der Drachenhöle und dem Drachen am Ufer der Wisla, ist auf jeden Fall ein Highlight in der Besichtigungstour. 
Der Markt mit den Tuchhallen, dem Rathaus und der Marienkirche sind ein "Muss " für Touristen aus aller Welt. 
Uns hat dieser Tag bei herrlichem Wetter sehr gut gefallen, verbindet sich Historisches eindrucksvoll mit jungem Leben in der Stadt. Über 50000 Studenten studieren hier und geben Krakau ein besonderes Flair.
 
4.Tag- Führung Stammlager 1 und Birkenau 
 
Am letzten Tag unserer Studienreise besuchten wir im Konzentrationslager Auschwitz das Stammlager 1 sowie Auschwitz Birkenau. In einer 6 stündigen Lagerführung wurde uns bewusst, welches unermessliche Leid Menschen aus ganz Europa hier ertagen mussten. Die Arbeits- und Lebensbedingungen waren so katastrophal, dass die meisten Häftlinge nur zwischen 2 bis 4 Monaten im Stammlager verblieben und dann an Hunger, Entkräftung oder Krankheiten starben. 
Einen besonders schlimmes Schicksal musste die jüdische Bevölkerung aus ganz Europa erleiden, die während des 2. Weltkrieges in Viehtransporten nach Auschwitz Birkenau deportiert, selektiert und schließlich in den Gaskammern ermordet wurde. Es ist für uns unfassbar, wie Menschen anderen Menschen so etwas antun können. 
4 Tage Studienfahrt gehen nun zu Ende und haben bleibende Eindrücke hinterlassen, die uns noch lange beschäftigen werden.

 

   
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